Rassegeschichte

Bull Baiting

Hohe Popularität im alten England hatte Bull baiting von Mitte des 16. Jahr­hunderts bis Mitte des 17 Jahrhunderts. Kraftvolle Hunde stellten sich der Aufgabe, Bullen niederzukämpfen.Als Gegner wurde ein etwas kleinerer Bulldog gezüchtet.

Diese Bulldoggen waren verglichen mit ihrem heutigen Nachkommen hochläufiger, leichter gebaut und insgesamt schneller. Der Kopf jedoch ist weitgehend gleich geblieben, wurde planmäßig für diese Aufgabe gezüchtet.

SPORTING DOGS

Dieser Bulldog ist der direkte Vorfahre unseres heutigen Staffordshire Bull Terrier. Als das Bull baiting an Popularität verlor, nahm das Interesse an Hundekämpfen Ende des 18. Jahrhunderts steil zu. Züchter, die durch die Geschicklichkeit ihrer die Bullen attackierenden Hunde berühmt geworden waren, lieferten jetzt an die Hundekämpfer. Ein solcher Züchter war beispielsweise Ben White vom Shepherds Market in London, seine Hunde kämpften in den meisten Pits in der City.

Der Name dieses Hundetyps - Bull-and-Terrier - stützt diese Theorie. Der Bull-and-Terier oder Pit Terrier war ein schneller, aber kraftvoller Hund mit längerem Fang als der ursprüngliche Bulldog. Neben dem Hundekampf wurden diese Hunde vorwiegend zur Rattenbekämpfung und für die Dachshatz eingesetzt.

Bei einer solchen blutrünstigen Geschichte wirt man sich sicher fragen, wie ein solcher Hund zu einem so außerordentlich populären Familienmitglied werden konnte, wie er es heute zweifelsohne ist. Dazu muß man wissen, daß die Hauptforderung an diesen Hundetyp, auf den die Staffords zurückgehen, vor allem anderen auf großen Mut ausgerichtet war.

Überdies verlangten diese Kämpfe einen besonders engen Kontakt zwischen Mensch und Hund. Nach jeder Runde mußten die Hunde getrennt und hochgehoben, in die gegenüberliegenden Ecken zurückgebracht werden. Zeitgenössische Stiche der Westminster Pit zeigen die Hundeführer in ihren Hemden, mit hochgewickelten Ärmeln völlig ungeschützt, bereit ihre Hunde zu trennen. Diese Männer erwarteten mit Sicherheit nie, daß ihr Hund sie beißen könnte. Dieses Unterscheidungsvermögen zwischen Mensch und Tier gehört zu den ansprechendsten und ausgeprägtesten charakterlichen Merkmalen des Staffordshire Bull Terrier.

Es gab Staffordshire Bullterrier auch im Besitz der niedrigsten Gesellschaftsschichten. In diesen Haushalten waren Hunde nützliche Rattenfänger, konnten aber sehr viel Geld ins Haus bringen, wenn man sie gegen Dachse kämpfen ließ oder im Hundekampf einsetzte. Es wird berichtet, dass die Kinder solcher Familien zuweilen keine Nahrung erhielten, das beste Futter war notwendig, die Geld ins Haus bringenden Hunde zu pflegen. Verwöhnt wie diese Hunde von der Familie waren, lebten sie Wange an Lefzen mit ihren Menschen. Als glücklicherweise alle diese Kämpfe verboten wurden, war es mit Sicherheit diese ausgeprägte Fähigkeit, sich der Familie anzupassen, welche dafür sorgte, daß diese Hunde nicht ausstarben. Vielmehr hielten gerade die Armen in der Bevölkerung ihnen die Treue.

Offiziell wurden 1835 alle Tierkämpfe verboten.

Während diese Bull-and-Terrier von kleinen Leuten durch das Land getragen wurden, sie in Familien immer mehr geschätzt wurden - mit dem einen oder anderen Rückfall in vergangene Zeiten - spielten sich in anderen Landesteilen interessante Entwicklungen ab.

In Birmingham lebte James Hinks, ein außergewöhnlich weitsichtiger Hundezüchter, der eine neue Hunderasse zur Perfektion führte. Er paarte den Bull-and-Terrier mit dem Old English White Terrie fügte einen Schuß Dallmatiner dazu. So gelang es ihm, einen eleganten, reinweißen Hund zu züchten, allgemein bekannt als der Bull Terrier. Diese Hunde fanden schnell die Aufmerksamkeit der Anhänger von Hundeausstellungen.

Bemerkenswert ist eine gewisse soziale Veränderung. Die Bull Terrier zogen besonders die Hundebesitzer höherer Klassen an, die älteren Bull-and­Terrier waren in der Arbeiterschaft verbreitet, wurden 1935 dann offiziell als Staffordshire Bull Terrier anerkannt.

Da viele Hunde dieses Typs im Black Country in den Midlands existierten, schien es angemessen, daß ein erstes Treffen hier stattfand. Ziel war die endgültige Anerkennung und die abschließende Wahl des richtigen Namens für den alten Bull-and-Terrier. Die Entscheidung lautete:                          

 The Staffordshire Bull Terrier.

ZUCHTVEREINE

Die erste Clubshow für Staffords wurde im August 1935 in den Midlands in Cradley Heath abgehalten, 60 Rüden und Hündinnen nahmen teil. Im Jahre 1937 schlossen sieh die Liebhaber im Bereich London zusammen, begründeten für den Süden Englands einen Club.

Der gute Ruf der Rasse verbreitete sich auch in andere Länder. Naturgemäß gingen die ersten Exporte in Länder, die von Engländern besiedelt wurden, nach Australien, Südafrika und in die USA Diese Länder haben heute blühende Stafford Clubs, auf ihren Ausstellungen gute Meldezahlen. In jüngerer Zeit hat die Rasse auch in Europa viel Popularität gefunden, es gibt Staffordvereinigungen in Irland, Finnland, Deutschland, Österreich, Holland, Spanien, Belgien, Schweden, Norwegen und Dänemark.

Championstatus wurde der Rasse 1938 gewährt, die ersten Challenge Certificates wurden im gleichen Jahr auf der Birmingham National Dog Show vergeben. Die ersten Champions der Rasse, beide gezüchtet und geboren in den Midlands, waren Ch. Gentleman Jjm und Ch. Lady Eve. Beide vollendeten 1939 auf der BathShow ihre Championate.

Was haben sich die Zeiten geändert! Im Jahre 1996 betrugen die jährlichen Eintragungen 8.251 Welpen, und Staffords stellen regelmäßig auf Championatsausstellungen die größten Meldeziffern aus den Terrierrassen.

In ihrer kurzen Geschichte haben die Staffordshire Bull Terrier einen langen Weg zurückgelegt. Dank der Arbeit ihrer treuen Anhänger und insbesondere ihres vorzüglichen Charakters haben sie für sich in nahezu jedem Bereich der Hundewelt eine eigene Nische gefunden. Zuweilen sind sie sogar Winner der begehrten Best in Show awards, besiegen dabei seit hundert Jahren etablierte Hunderassen. Sie haben auch Obedience Championships gewonnen, werden von den sozialen Organisationen als Therapiehunde anerkannt, arbeiten für Kranke und Behinderte. Vor allem anderen aber haben sie unter Beweis gestellt, daß sie als Familiengefährten außerordentlich angenehm und brauchbar sind.

 

RASSEMERKMALE

Der Staffordshire Bull Terrier wurde ursprünglich als Kampfhund gezüchtet. Es ist aber entscheidend die Merkmale zu gewichten, die planmäßig im Stafford züchterisch verankert wurden. Sie beeinflussen maßgebend sein Verhalten als Familienhund, entscheiden darüber, ob sie für eine Familie angenehm sind .

ZUNEIGUNG ZU MENSCHEN

Staffords haben ein großes Herz und ihre Art, ihre Liebe zu Menschen zu zeigen, drückt sich nicht nur durch freundliches Rutenwedeln und ein fröhliches Lecken mit der Zunge aus. Dies ist ein Hund, der sich Besuchern geradezu entgegenstürzt, selbst wenn er richtig erzogen ist. Er bleibt ein überschäumender, fröhlicher Hund, er arbeitet mit Pfoten und Zähnen in Richtung auf das Ziel seiner großen Liebe, um gestreichelt zu werden.  Wünschst Du Dir einen ruhigen Hund, der seinen Platz kennt, wartet, bis er zum Spiel eingeladen wird, dann ist ein Stafford nicht der richtige Hund .

Es ist überliefert, daß die alten Kampfhunde häufig ihre Besitzer wechselten , um Schulden auszugleichen oder ganz einfach Geld zu verdienen. Was immer die Ursachen gewesen sein mögen, die Tatsache ist allgemein bekannt, Staffords sind erstaunlich anpassungsfähig an ein neues Umfeld wie auch an neue Besitzer.

Gedicht eines Kampfhundes


Man sagt ich wär ein Kampfhund,ich kann ja leider nichts sagen,

bin Nur ein Hund und werd gequält seit Tagen.

Wenn ich nur schreiben könnt, schrieb ich ein Gedicht
und hätte dabei Tränen im Gesicht.

Man sagt, ich wär ein Kampfhund, dass ich gefährlich bin,
öffnet Eure Augen, - schaut genauer hin.

Bin ich nicht nur ein Werkzeug, von Menschen scharf gemacht,
von diesen Skrupellosen, die nicht Nachgedacht.

Jetzt bin ich scharf und beiße auch,
doch so ein Hund wohl keiner Brauch.

Man sagt, dass ich jetzt sterben muss,
mit diesem Wahnsinn sei jetzt Schluss.

Bin ich doch nur das Werkzeug Euer
gemacht von Euch zum Ungeheuer.

Doch wenn ich jetzt auch sterben muss,
durch Todesspritze oder Schuss`,
gebe ich Euch Menschen einen Rat:
Ich bin ein Hund, ein Kamerad!!!

Lasst meinen Tod nicht sinnlos sein
Und lasst die Hunde, Hunde sein.

Das schrieb ein Hund, der Kampfhund ist
Und weiß - dass manch ein Mensch nicht besser ist.

Kann immer noch nicht sprechen, bin immer noch ein Hund,
werd immer noch gequält, ich kenne nicht den Grund.

Ich schreibe hier an Euch, es geht mir nicht sehr gut,
ich habe meine Tränen ersetzt durch Hass und Wut.

Ein Hund, den skrupellos Menschen hetzen,
geprägt von Hass und Wut, wird sicherlich verletzen,
es täte keinem gut.
Dann ist er wieder da, der scharfe böse Hund,

dann könnt ihr wieder töten, dann habt ihr wieder Grund.

Ich begreif euch Menschen nicht,

woher kommt der Drang zum töten? - Und warum trifft er mich?
Was ihr mir dann versetzt, ist nur ein kleiner Stich,

nun habe ich sie doch - die Tränen im Gesicht.
Meine Augen werden schwerer,
sie schließen sich dann ganz,
in meinem Hundekörper, beginnt der Todestanz.

Jetzt bin ich tot, mein Körper wird ganz kalt,
macht ihr denn zumindest vor meinem Grabstein halt?

Da steht gemeißelt es, ganz klein:

Lasst meinen Tod nicht sinnlos sein - und lasst die Hunde, Hunde sein!


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